Wenn junge Menschen mit unterschiedlichem sprachlichem und kulturellem Hintergrund zusammenkommen, stoßen herkömmliche Sprachkurse oft an ihre Grenzen. Drei Netzwerkpartner von Generation Europe – The Academy haben kürzlich ihre Arbeit am Erasmus+-Projekt Talk2Me abgeschlossen und gezeigt, wie physisches Theater, Fotografie und Geschichtenerzählen diese Lücken überbrücken können. Das daraus entstandene Methodenbooklet und eine Videoserie stehen nun jungen Menschen und Jugendarbeiter*innen in ganz Europa zur Verfügung.
Das Projekt beruht auf einer einfachen, aber wirkungsvollen Idee: Beim Sprachenlernen geht es nicht nur um Grammatik und Vokabeln, sondern auch um Ausdruck, Identität und zwischenmenschliche Beziehungen. In Workshops, die in mehreren Ländern stattfanden, entwickelten und testeten die Partner kunstbasierte Methoden. Diese Aktivitäten umfassten Körperarbeit, Stimmübungen, mehrsprachiges Geschichtenerzählen und Fotografie.

Über den Wortschatz hinaus
Indem der Fokus von der formalen Sprachkompetenz weg verlagert wurde, schufen die Workshops ein Umfeld, in denen junge Menschen ihre Identität und ihre kulturellen Erfahrungen ohne den Druck eines traditionellen Klassenzimmers zum Ausdruck bringen konnten. Dabei wurden innovative, menschenzentrierte Praktiken entwickelt und in der Praxis getestet, die an eine Vielzahl von Kontexten angepasst werden können – von der Jugendarbeit und der nichtformalen Bildung bis hin zu Gemeinschafts- und Kulturprojekten.

Eine wunderbare Partnerschaft
Das Projekt brachte Künstler*innen, Pädagog*innen, Jugendarbeiter*innen und Teilnehmer*innen aus ganz Europa in einem gemeinsamen Prozess des Experimentierens, des Austauschs und der gemeinsamen Gestaltung zusammen. Zusammen untersuchten sie, wie kreative und künstlerische Praktiken das Sprachenlernen und die soziale Inklusion fördern können, insbesondere für junge Migrant*innen und Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund. All dies wurde im Rahmen des internationalen Netzwerks ROOTS & ROUTES entwickelt und brachte nicht nur drei aktive Partnerorganisationen von Generation Europe – The Academy zusammen: Synergy of Music Theatre (Griechenland), Centro di Creazione e Cultura (Italien) und die Subjective Values Foundation (Ungarn). Beteiligt waren auch Les Têtes de l’Art (Frankreich) als Koordinierungsstelle sowie das Ausbildungsinstitut IAFM (Spanien).

Das Booklet zum Download
Um die Ergebnisse noch mehr Menschen zugänglich zu machen, haben die Projektpartner das Talk2Me-Booklet veröffentlicht: ein kreatives Werkzeug für inklusives Sprachenlernen. Es fasst die im Rahmen des Projekts entwickelten Methoden zusammen und setzt sie in eine flexible und leicht zugängliche Ressource um. Die Broschüre richtet sich an Pädagog*innen, Jugendarbeiter*innen, Moderator*innen und Künstler*innen.

Die Projektpartner haben eine praktische Broschüre
veröffentlicht, die die wichtigsten Ergebnisse dieser gemeinsamen Reise zusammenfasst.

Als Ergänzung zum Booklet produzierten die Projektpartner zudem eine Serie von zehn Videos, in denen die beteiligten Künstler*innen und Moderator*innen vorgestellt werden. Sie dokumentieren die Vielfalt der Ansätze und bieten praktische Anregungen für Jugendbetreuer*innen, die die Übungen umsetzen möchten.

Verschiedene Realitäten erleben
Ein weiterer zentraler Bestandteil des Projekts drehte sich um transnationalen Austausch und kollektives Schaffen: Die Teilnehmenden konnten zu ihren internationalen Projektpartnern reisen und so verschiedene Realitäten von Migration und Jugendarbeit aus erster Hand beobachten. Diese Begegnungen gipfelten in gemeinsam gestalteten künstlerischen Veranstaltungen, die Einheimische und Neuankömmlinge zusammenbrachten. Je nach lokalem Kontext organisierten die Gruppen Fotoausstellungen, Theateraufführungen und Klanginstallationen und schufen so eine öffentliche Plattform für die zuvor entwickelten Methoden.

Warum das für Generation Europe wichtig ist
Die Erfahrungen von Talk2Me sind für Generation Europe – The Academy von besonderer Bedeutung. Der Fokus auf Partizipation, Inklusion, interkulturellen Dialog und das Empowerment von Jugendlichen steht in Einklang mit den Werten und der Praxis im Netzwerk. Die im Rahmen des Projekts entwickelten Instrumente lassen sich leicht für die lokalen Aktivitäten anpassen und dort wiederverwenden, insbesondere bei der Arbeit mit diversen Gruppen, in mehrsprachigen Umgebungen und bei Community-Projekten. Deshalb laden die Projektpartner alle ein, das Booklet und die Videos zu entdecken, mit den Methoden zu experimentieren und weiterhin kreative, inklusive und partizipative Räume für Lernen und Austausch zu schaffen.

