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Los geht’s: Generation Europe startet in neue Phase

Fünf intensive Arbeitstage und ein starkes Signal für die europäische Zivilgesellschaft: Auf der Projektplanungskonferenz in Hattingen haben engagierte Fachkräfte aus elf europäischen Ländern die Weichen für die nächste dreijährige Programmphase von Generation Europe – The Academy gestellt. Ihr gemeinsames Ziel: Jugendbeteiligung auf Augenhöhe ermöglichen – gerade jetzt, in Zeiten von multiplen Krisen und gesellschaftlichen Konflikten.

Von Montag bis Freitag sind Projektmanager*innen von 40 Jugendeinrichtungen aus elf europäischen Ländern im südlichen Ruhrgebiet zusammengekommen. Gemeinsam mit dem Team des Koordinationsbüros beim IBB e.V. haben sie die künftige Arbeit im Generation-Europe-Netzwerk inhaltlich, pädagogisch und organisatorisch vorbereitet. Ihre gemeinsame Motivation: Sie wollen Jugendlichen echte Partizipationsmöglichkeiten bieten, sowohl lokal als auch im Rahmen von internationalen Projektpartnerschaften und Jugendbegegnungen. Und zwar ganz unabhängig davon, woher die jungen Aktiven kommen, wie viel ihre Eltern verdienen oder wie erfolgreich sie bisher im formalen Bildungssystem waren.

Ein Netzwerk für europäischen Zusammenhalt

Um dieses weitreichende Empowerment zu ermöglichen, braucht es ein belastbares Netzwerk. Um die Vielfalt im Raum sichtbar zu machen, haben die Teilnehmenden direkt zu Beginn der Konferenz ihre Erfahrungen, Themen und Kompetenzen methodisch visualisiert. Dabei nutzten langjährige Netzwerkpartner auch die Gelegenheit, Erinnerungen und Anekdoten aus den Anfangsjahren zu teilen, während neue Mitglieder ihre Erwartungen formulieren konnten.

Wie wichtig es ist, diese bewährten Strukturen mit neuen Impulsen zu verbinden, zeigte die anschließende Vorstellung der konkreten Programmstruktur für die Jahre 2026 bis 2028. Die Arbeit des Netzwerks ist auf Langfristigkeit angelegt und ruht auf drei eng verzahnten Säulen: Das Fundament bildet die Säule „GenE Youth Cooperation“ mit den festen trilateralen Projektpartnerschaften. In diesen schließen sich jeweils drei Organisationen aus drei europäischen Ländern für volle drei Jahre zusammen. Lokales Engagement wird so mit internationalen Jugendbegegnungen kombiniert, damit sich Jugendgruppen über alle Grenzen hinweg gegenseitig unterstützen können. In der „GenE Next Steps“-Säule organisieren die Netzwerkpartner Möglichkeiten für das Engagement erfahrener junger Menschen über 18 Jahren. In der Programmsäule „GenE Advocacy“ bündelt sich die Interessensvertretung für bessere Rahmenbedingungen für Jugendarbeit in Europa und die anderen Anliegen, für die sich die Jugendlichen im Netzwerk einsetzen.

Frische Impulse für das Netzwerk

Für die Programmphase 2026 bis 2028 hat sich das Netzwerk an einigen Stellen neu formiert. Das war nötig, da Organisationen aufgrund der oft schwierigen Rahmenbedingungen in der Jugendarbeit ausscheiden mussten. Wir freuen uns, engagierte neue Partnerorganisationen an Bord zu haben, die mit uns gemeinsam an diesem anspruchsvollen Programm arbeiten. Beispiele für diese neuen Netzwerkpartner sind das Freizeitwerk Welper aus Hattingen in Deutschland, Pärnu Huub aus Estland, House on the Hill aus dem ukrainischen Czernowitz, Terzo Millennio aus dem italienischen Castri di Lecce und die Jugendbegegnungsstätte am Tower aus dem bayerischen Oberschleißheim. Hinzu kommt auch eine Organisation, die nach einer Pause wieder Teil des Netzwerks ist: ROOTS & ROUTES Cologne, willkommen zurück!

Werte als pädagogischer Kompass

Das inhaltliche Fundament für diese Zusammenarbeit bildet ein neues Mission Statement für die kommenden drei Jahre, das alle Anwesenden im Rahmen der Konferenz feierlich unterzeichnet haben. In Arbeitsgruppen haben sich die Fachkräfte außerdem intensiv über Best Practices dazu ausgetauscht, wie sich der dort verankerte Leitgedanke – dass Demokratie jeden Tag durch Partizipationsmöglichkeiten auf Augenhöhe gelebt und gelernt werden muss – methodisch in die alltägliche Jugendarbeit übersetzen lässt.

Peer-Education im Fokus: Die Mentor*innen

Um dieses Ziel zu erreichen, hat die pädagogische Planung während der Konferenz einen enormen Stellenwert eingenommen. Neben den etablierten Jugendleiter*innen-Trainings und weiteren Möglichkeiten der Weiterbildung gibt es in der neuen Programmphase eine entscheidende Neuerung: die Mentor*innen.

Mentor*innen sind junge Menschen ab 18 Jahren, die bereits Erfahrung in internationalen Jugendprojekten und mit zivilgesellschaftlichem Engagement gesammelt haben. Im Netzwerk werden sie als Peer-Educators aktiv sein, um die Arbeit der lokalen Jugendgruppen und die internationalen Begegnungen zu begleiten. So helfen sie dabei, dass die Teilnehmer*innen eigene Ideen in die Tat umsetzen können. Diese konsequente Förderung von Peer-to-Peer-Lernen soll junge Menschen nachhaltig zu stärken und sie ermutigen, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Globale Visionen, lokale Wurzeln

Ein weiteres Kernthema der Konferenzwoche war die essenzielle Verzahnung von lokaler Jugendarbeit und europäischer Zusammenarbeit. Denn wenn Jugendliche sich als wirksame Gestalter*innen der Gesellschaft begreifen sollen, muss echte Veränderung dort beginnen, wo ihr Lebensmittelpunkt liegt: in ihrer eigenen Nachbarschaft oder Stadt. Erst wenn Jugendarbeit tief in der lokalen Lebenswelt verankert ist, entfaltet sie ihre volle Wirkung. Weil sich die Realitäten und Voraussetzungen für lokales Jugendengagement in den einzelnen Ländern und Regionen stark unterscheiden, spielte der Austausch darüber, wie diese wichtige Arbeit auch unter schwierigen Bedingungen geleistet werden kann, eine wichtige Rolle.

Wie kraftvoll es sein kann, wenn lokale Erfahrungen im europäischen Netzwerk zusammengeführt und multipliziert werden, zeigt sich auch im Advocacy-Projekt Youth Voices Rising, das quasi eine Brücke aus der alten in die neue Programmphase darstellt. Auf der Konferenz informierten die Projektpartner, die dieses Projekt federführend organisieren, das gesamte Netzwerk über den aktuellen Stand der Arbeit. Dabei zeigten sie konkrete Mitmachmöglichkeiten für die lokalen Jugendgruppen auf und stellten die geplanten Trainings für Lobbyarbeit vor Ort und zur Nutzung von Social Media für zielgerichtete Advocacy-Kampagnen vor.

Das Kernstück: Konkrete Projektplanung

Das absolute Herzstück der Konferenzwoche bildete die praktische Planung der anstehenden Projekte. In den jeweiligen trilateralen Partnerschaften – festen Zusammenschlüssen von jeweils drei Organisationen aus drei verschiedenen Ländern – haben die Fachkräfte intensiv an den Details für die diesjährigen internationalen Jugendbegegnungen gefeilt. Hier haben sie das große Konzept der Jugendpartizipation in konkrete Zeitpläne, Methoden und Logistik übersetzt. Ergänzt wurde diese Planungsarbeit durch praxisnahe Sessions zu neuen digitalen Management-Tools, dem Werkzeugkasten auf der Generation Europe Website und zu Strategien für die lokale Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

So geht das Netzwerk mit einem starken Fundament und enormer Motivation in die kommenden drei Jahre. Vielen Dank an alle, die dabei sind! Auf spannende und wirkungsvolle drei Jahre der Zusammenarbeit!