Frust allein löst keine Probleme. Wer etwas verändern will, braucht eine Strategie und das richtige Handwerkszeug. Beim International Lobbying Training in Thessaloniki haben aktive Jugendliche und Fachkräfte der Jugendarbeit aus neun europäischen Ländern gemeinsam genau daran gearbeitet: Wie wird aus drängenden Anliegen eine überzeugende Kampagne?
Das Training ist ein zentraler Baustein des des Erasmus+-Projekts Youth Voices Rising: Empowering Through Local and EU Advocacy. Das Konzept: Europäische Jugendorganisationen aus dem Netzwerk von Generation Europe – The Academy schaffen gemeinsam Strukturen, die junge Menschen dabei unterstützen, sich als Expert*innen in eigener Sache einzumischen – und zwar dort, wo Entscheidungen getroffen werden, die sie betreffen. Die Konsortiums-Partner haben jetzt einen umfassenden Bericht veröffentlicht, der ihre Erfahrungen für die gesamte Community of Practice nutzbar macht.

von Olga Kyriakidou (pdf | 6,2 MB)
Mentale Gesundheit und Antirassismus
Während des Trainings setzten sich die Teilnehmenden intensiv mit strategischer Planung, politischer Kommunikation und dem Aufbau von Allianzen auseinander. Im Mittelpunkt stand die praktische Anwendung: Die internationalen Teams entwickelten fünf konkrete Kampagnen.
Eine Gruppe fokussierte sich auf den Abbau von Barrieren bei der mentalen Gesundheitsversorgung für Jugendliche. Sie erarbeitete Strategien, wie lokale Behörden davon überzeugt werden können, niedrigschwellige und zugängliche Beratungsangebote vor Ort zu finanzieren. Ein weiteres Team entwarf eine Anti-Rassismus-Kampagne, die darauf abzielt, Diskriminierung an Schulen systematisch zu erfassen und verlässliche Meldestrukturen zu etablieren.
Neben diesen beiden Ansätzen entstanden weitere detaillierte Konzepte, unter anderem zur Förderung einer inklusiven Gesundheitsversorgung für alle. Der Report skizziert diese Vorhaben Schritt für Schritt – von der Problemanalyse bis zur Zielgruppenansprache – und bietet damit direkte Vorlagen, die andere Organisationen für ihre eigene Arbeit adaptieren können.
Werkzeuge für den Alltag
Insgesamt listet der Bericht nicht nur Projektergebnisse auf, sondern spiegelt auch das direkte Erleben der jungen Menschen wider. Ein Kernaspekt des Trainings war der Peer-to-Peer-Ansatz. Das Konzept setzte dabei gezielt auf die Kombination aus theoretischem Hintergrundwissen, etwa zur Datenanalyse, und interaktiven Übungen.
Der Weg in die lokale Praxis
Innerhalb von Youth Voices Rising stellt das internationale Training in Thessaloniki einen wichtigen Meilenstein dar. Die Teilnehmer*innen tragen das erworbene Wissen nun in ihre jeweiligen Netzwerke. Außerdem wurden sie durch das Training dazu qualifiziert, als Jugenddelegierte an internationalen Veranstaltungen teilzunehmen. Weitere Schritte im Rahmen der Kooperationspartnerschaft sind unter anderem ein Multiplier Training for Local Lobbyists in Bad Liebenzell und Local Lobbying Trainings in allen sechs Konsortiums-Ländern. So wächst Schritt für Schritt eine strukturierte Interessenvertretung von unten nach oben.
Wir laden alle Fachkräfte der Jugendarbeit und interessierten Organisationen ein, den Report zu nutzen. Die dort dokumentierten Methoden zur Zielgruppenanalyse, zur Auswertung von Daten und zum Storytelling lassen sich direkt in eigene Beteiligungsprojekte übertragen.
Die Kooperationspartnerschaft Youth Voices Rising wird kofinanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen ausschließlich denen der Autor*innen und spiegeln nicht zwangsläufig die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.
