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Youth Leader Training: Damit aus Ideen Aktionen werden

Eine Person schließt die Augen, die andere führt sie durch den Raum. Nach einigen Minuten wechseln die Rollen – und plötzlich entscheidet die Person mit geschlossenen Augen selbst, wohin sie gehen möchte. Die Aufgabe der Begleitung ist jetzt, aufmerksam zu bleiben, Sicherheit zu geben und nur dann einzugreifen, wenn es nötig wird.

Wenn Fachkräfte der Jugendarbeit mit jungen Menschen zusammenarbeiten, geht es um Unterstützung und Empowerment, nicht um Kontrolle und Lenkung. Mit Übungen wie dieser haben sich die Jugendleiter*innen aus dem Netzwerk von Generation Europe – The Academy in Weimar mit ihrer Rolle in der neuen Programmphase auseinandergesetzt. Vom 5. bis 10. Juni 2026 ging es in der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar darum, wie sie junge Menschen gut begleiten können, wenn diese eine kolaborative Gruppe aufbauen, eigene Themen setzen, lokale Projekte entwickeln und auf internationalen Jugendbegegnungen europäische Zusammenarbeit praktisch erleben.

Begleitung, die Selbstbestimmung stärkt

Mit vielfältigen Methoden haben die Fachkräfte ausgelotet, was gute Jugendleitung leisten kann: Youth Leader*innen geben Orientierung und ermöglichen Selbstbestimmung. Sie stärken Gruppen darin, eigene Entscheidungen zu treffen, mutig zu handeln und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Beim Training ging es daher um wichtige Fragen: Wie entsteht Vertrauen in einer neu gebildeten Gruppe? Wie können Menschen mit unterschiedlichen Sprachen und Erfahrungen gut zusammenarbeiten? Was brauchen Jugendliche, damit sie eigene Anliegen formulieren und öffentlich sichtbar machen können? Und wie können die Fachkräfte dafür sorgen, dass alle teilhaben können?

Eine wichtige Rolle spielten auch die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen. Anhand praktischer Fälle beschäftigten sich die Jugendleiter*innen mit Aufsichtspflicht, Einverständniserklärungen, Gesundheit und Sicherheit, Kinderschutz, Beschwerdewegen und klarer Kommunikation in herausfordernden Situationen. Der pädagogische Anspruch war dabei eng mit der praktischen Verantwortung verbunden: Gute Vorbereitung hilft, Gruppenprozesse verlässlich, fair und sicher zu gestalten. Außerdem machten sich die Teilnehmenden mit der neuen Programmstruktur von Generation Europe – The Academy vertraut, reflektierten Grundlagen non-formaler Bildung, arbeiteten an ihren Skills zur Gruppenmoderation und Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem nutzten sie Zeit in ihren Partnerschaften, um die kommenden Jugendbegegnungen weiter vorzubereiten.

Weimar als Methode

Ein weiterer wichtiger Ansatz in Rahmen von Generation Europe – The Academy ist es, die Orte, an denen Begegnungen stattfinden, konkret und methodisch in die Arbeit einzubinden. Auf einer City-Tour durch Weimar haben die Jugendleiter*innen daher erprobt, wie sich konkrete Orte und ihre Geschichte mit Fragen nach Demokratie, Ausgrenzung, Erinnerung und Solidarität verbinden lassen. Solche Methoden laden Menschen ein, eigene Zugänge zu finden, Erfahrungen zu teilen und gesellschaftliche Fragen mit dem eigenen Handeln zu verbinden.

Auftakt für die neue Programmphase

Das Youth Leader Training war der erste Teil einer dreijährigen Trainingsreihe, mit welcher sich die Jugendleiter*\innen parallel zur Arbeit vor Ort kontinuierlich weiterbilden. Insgesamt verbindet Generation Europe – The Academy in der Programmphase 2026–2028 40 Partnerorganisationen aus elf europäischen Ländern. In zwölf trilateralen Partnerschaften arbeiten junge Menschen und Fachkräfte der Jugendarbeit in lokalen Gruppen und bei internationalen Jugendbegegnungen zusammen. Außerdem gibt es ein begleitende Trainingsangebote nicht nur für Jugendleiter\innen sowie gemeinsame Advocacy-Aktivitäten.

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