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Wandel beginnt vor Ort

Mit bunten Klemmbausteinen Visionen bauen, und anschließend in einem fiktiven Stadtrat um die besten Lösungen ringen: Beim Multiplier Training for Local Lobbyists in Bad Liebenzell ging es äußerst praktisch zu. Junge Menschen aus ganz Europa haben sich gemeinsam damit beschäftigt, wie sie politische Entscheidungen direkt vor ihrer eigenen Haustür beeinflussen können.

Das Trainig ist Teil des Erasmus+-Projekts Youth Voices Rising. Nachdem das vorherige International Lobbying Training die europäische Ebene im Blick hatte, lag der Fokus nun auf dem lokalen Wandel: In Bad Liebenzell haben die Teilnehmenden gelernt, wie sie als Multiplikator*innen in ihren eigenen Gemeinden eigene Trainings für Jugendgruppen organisieren können. Um ihre Konzepte und Erfahrungen auch anderen Aktiven der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen, veröffentlichen die Projektpartner nun ihren Bericht zum Multiplier-Training.


Multiplier Training for Local Lobbyists: Final Report
(pdf | 1,5 MB)

Die fiktive Kommune

Wie funktionieren politische Entscheidungsprozesse wirklich? Um das hautnah herauszufinden, haben die jungen Erwachsenen die fiktive Stadt „Good Liebenzell“ erschaffen. In verschiedenen Rollen – vom Stadtratsmitglied bis zur Umwelt-Lobbygruppe „Sunflower“ – haben sie strategische Bündnisse geschmiedet, mit der Presse interagiert und um Kompromisse gerungen. Ergänzt wurde diese praktische Erfahrung durch weitere theoretische und praktische Einheiten, unter anderem mit der Lego Serious Play-Methode. Dabei haben die Teilnehmenden ihre persönlichen Anliegen aus ihren Heimatorten visuell dargestellt und in konkrete Handlungsstrategien übersetzt. So vielfältig wie die Teilnehmer*innen aus den unterschiedlichen europäischen Ländern waren auch ihre inhaltlichen Schwerpunkte: Die Auswirkungen von Massentourismus, die Wohnraumkrise und fehlende lokale Infrastruktur waren nur drei der lokalen Probleme, welchen die jungen Teilnehmer*innen zum Thema machten.

Wissenstransfer und echte Kontakte

Das alles ist nicht nur persönliche Weiterbildung gewesen: Die Aktiven haben die intensiven vier Trainingstage auch gezielt genutzt, um eigene Workshop-Konzepte zu entwerfen. Dabei ging es zum Beispiel darum, wie sie ihr Wissen über Stakeholder-Analysen und Netzwerkarbeit zuhause an andere Jugendliche weitergeben können. Zusätzlich gab es dann noch ganz echte Lobbing-Praxis zu erleben: Bei einem direkten Austausch Politiker*innen und Aktivist*innen aus der Region Bad Liebenzell konnte die internationale Gruppe ganz praktisch ausprobieren, wie strategische Allianzen in der Realität funktionieren können, und wie wichtig der konstruktive Umgang mit Gegenwind ist.

Der nun veröffentlichte englischsprachige Bericht dokumentiert diese vielfältigen Ansätze und Ergebnisse. Er bietet Fachkräften der Jugendarbeit detaillierte Einblicke in die Konzeption von sicheren Lernräumen (Safe Spaces) und zeigt, wie in unserem Netzwerk partizipative Formate konkret angewendet werden. Im Rahmen von Youth Voices Rising werden diese Erfahrungen jetzt genutzt, um lokale Lobbying-Trainings für Jugendliche in sechs europäischen Ländern zu organisieren.


Die Kooperationspartnerschaft Youth Voices Rising wird kofinanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen ausschließlich denen der Autor*innen und spiegeln nicht zwangsläufig die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.