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Youth Voices im Parlament: Über Rassismus sprechen

Internationale Trainings im Rahmen von Youth Voices Rising bereiten junge Menschen darauf vor, ihre Stimme für die eigenen Anliegen zu erheben. Zugleich lernen sie, Gleichaltrige zuhause dabei zu unterstützen, ebenfalls für ihre eigenen Themen und Forderungen einzutreten.

Im Folgenden berichtet unsere Partnerorganisation Irenia, Jocs de Pau aus La Nou de Berguedà in Spanien, wie das Projekt junge Menschen vor Ort konkret dabei unterstützt hat, sich bei einer formellen Anhörung im katalanischen Parlament zu Wort zu melden. Dort sprachen sie über Rassismus und Diskriminierung im Bildungssystem. Vielen Dank an alle Beteiligten!


Anfang 2026 hatte Irenia vier junge Menschen zum International Lobbying Training in Griechenland und zum Multiplikator*innen-Training für lokales Lobbying in Deutschland entsandt. Ziel der Seminare war es, ihr Wissen zu vertiefen und ihnen neue Fähigkeiten und Werkzeuge für Lobbying und Interessenvertretung an die Hand zu geben. So konnten sie später im Jahr selbst lokale Lobbying-Trainings in Spanien mitorganisieren.

Impression vom ersten lokale Lobbying-Training in Berga (Spanien).

Nach mehreren Vorbereitungstreffen haben im Oktober schließlich zwei lokale Trainings stattgefunden. Das erste wurde am Wochenende vom 3. und 4. Oktober in der Nähe von Berga durchgeführt, rund 200 Kilometer von Barcelona entfernt. Dort kamen Jugendliche zusammen, die gerade in ein neues dreijähriges Projekt von Generation Europe (2026–2028) starten, sowie einige Teilnehmer*innen aus der vorangegangenen Programmphase (2021–2025). Das bot eine wertvolle Gelegenheit, Kontinuität zwischen den beiden Generationen zu schaffen und Lobby- und Advocacyarbeit aus zwei Perspektiven zu beleuchten: aus der Sicht von Neueinsteiger*innen und von erfahreneren Aktiven.

Bereit, sich Gehör zu verschaffen: die Teilnehmenden des lokalen Lobbying-Trainings in Berga.

Eine zentrale Erkenntnis: Wenn junge Menschen sich in einem Projekt für gesellschaftlichen Wandel engagieren, müssen sie von Anfang an das nötige Wissen und Werkzeuge vermittelt bekommen, um Entscheidungen und Strukturen zu beeinflussen, die ihr Leben prägen. Lobbying und Advocacy sollten daher vom ersten Tag an fest in den Projektzyklus integriert sein.

Auf dieser Grundlage hat am Samstag, dem 10. Oktober, das zweite Training in Barcelona stattgefunden. Es brachte weitere Teilnehmer*innen aus der vorherigen Programmphase von Generation Europe mit jungen Menschen zusammen, die sich auf unseren offenen Aufruf hin gemeldet hatten. So haben wir den Kreis der Teilnehmenden erweitert und Raum für neues Engagement geschaffen.

Das zweite lokale Lobbying-Training hat in Barcelona stattgefunden.

Insgesamt haben 24 Personen an den beiden lokalen Trainings teilgenommen. Dabei haben sie ein umfassendes Verständnis dafür entwickelt,

  • was ein Projekt ist: ein Weg, eine Idee mithilfe klarer Ziele in die Tat umzusetzen, um Wirkung zu entfalten;
  • wie wichtig die Zusammenarbeit mit zentralen Akteur*innen (Stakeholder*innen) ist, die Einfluss nehmen sowie Regeln und Gesetze verändern können;
  • welche Werkzeuge helfen, Bündnisse mit diesen Akteur*innen aufzubauen, etwa Stakeholder-Mappings und Soziogramme, die Beziehungen zwischen Menschen innerhalb einer Gruppe grafisch darstellen;
  • wie sich eine geeignete Strategie für Veränderungen finden, planen und umsetzen lässt.

Das methodische Konzept von Youth Voices Rising empfiehlt, im Anschluss an die Trainings eine Lobbying-Kampagne zu organisieren. Diesen nächsten Schritt haben wir am 14. Oktober unternommen: Gemeinsam ging es ins katalanische Parlament zu einer compareixença, einer offiziellen parlamentarischen Anhörung mit Abgeordneten aller Fraktionen. Zwei junge Menschen haben dort das Wort ergriffen, während die anderen ihre Unterstützung zeigten und die Sitzung von der Besuchertribüne aus verfolgten.

Junge Menschen sind Expert*innen in eigener Sache: Bei der parlamentarischen Anhörung haben sie Handlungsempfehlungen gegen Rassismus und Diskriminierung an Schulen vorgestellt.

Die Anhörung war eine wichtige Gelegenheit, unser Projekt im Rahmen von Generation Europe – The Academy vorzustellen. Vor allem aber ging es darum, die Anliegen von rassifizierten Jugendlichen in Katalonien zu den Themen Rassismus und Diskriminierung an Schulen zur Sprache zu bringen, und konkrete Empfehlungen vorzulegen, wie diesen Problemen im katalanischen Bildungssystem begegnet werden kann.

Wichtige Anliegen zur Sprache gebracht: die Youth-Voices-Delegation im katalanischen Parlament.

Fazit: Junge Menschen beanspruchen ihren Platz, verschaffen sich Gehör und treten direkt mit den Institutionen in Austausch, die für politische Entscheidungen zuständig sind. Um unsere Lebensrealitäten zu verändern, müssen wir Bündnisse mit relevanten Akteur*innen aufbauen. Im Rahmen von Generation Europe – The Academy setzen wir unsere Arbeit auf lokaler, europäischer und internationaler Ebene fort, um Erfahrungen zu teilen, Allianzen zu stärken und die Anliegen junger Menschen in gemeinsames Handeln zu übersetzen.


Die Kooperationspartnerschaft Youth Voices Rising wird kofinanziert von der Europäischen Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen ausschließlich denen der Autor*innen und spiegeln nicht zwangsläufig die der Europäischen Union, der Europäischen Kommission oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union, die Europäische Kommission noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.