Jugendarbeit in der Ukraine während des Krieges, ist das überhaupt möglich? Zu den mehr als 40 Organisationen von Generation Europe – The Academy gehört die „Deutsch-ukrainische Gemeinschaft der Jugendarbeit“, kurz DUGA. Seit sieben Jahren organisiert der im westukrainischen Lviv ansässige Verein lokale Projekte und internationale Begegnungen – für mehr Jugendbeteiligung, Demokratie und europäischen Austausch. Dann kam der 24. Februar 2022, der alles veränderte. Doch die Aktiven machen weiter, sowohl im Exil als auch zuhause in ihrem angegriffenen Land. Eine Geschichte über praktische Netzwerke der Solidarität – und lokale Aktivitäten, die einen Unterschied machen.
Als der russische Angriff die Ukraine mit Leid und Zerstörung überzog, konnten einige DUGA-Aktive das Land verlassen, während andere in der Ukraine blieben. Was sich wie das unausweichliche Ende einer Jugendorganisation anhört, entwickelte sich zum Gegenteil: Zu einem selbstorganisierten Unterstützungsnetzwerk aktiver Jugendlicher über Grenzen hinweg.
Zwei Gruppen, die eng zusammenarbeiten
Einen Teil der DUGA-Aktiven verschlug es nach München. Dort nutzten sie ihre Erfahrungen als Fachkräfte der Jugendarbeit, um im Rahmen von Generation Europe – The Academy eine neue lokale Jugendgruppe aufzubauen. Seitdem organisieren sie Treffen, Projekte und Aktionen mit ukrainischen Jugendlichen aus München und der Umgebung. Über regelmäßige Zoom-Calls hält die Münchener Gruppe Kontakt mit der Gruppe in der Ukraine. Sie organisieren praktische sowie mentale Unterstützung, haben ein offenes Ohr und sammeln auch Spenden. Die Jugendgruppe in der Ukraine blieb ebenso aktiv, organisierte zum Beispiel Freizeit- und Erholungsangebote für binnenvertriebene Kinder, die vor den Grauen des Krieges in den Westen der Ukraine geflohen sind.

Ungewöhnliche Jugendbegegnungen
Als Teil von Generation Europe – The Academy konnte die im Münchener Exil arbeitende Gruppe diesen Herbst zu einer Jugendbegegnung nach Spanien reisen, um sich mit ihren internationalen Projektpartnern zu treffen. Für Gruppe in der Ukraine war eine solche Reise nicht möglich. Als Alternative organisierte DUGA im August ein neuntägiges Zeltcamp im äußerten Westen der Ukraine: Die Jugendbegegnung fand in der Nähe des Dorfes Wyschenka statt, in den Karpaten, unweit der Grenze zu Rumänien.