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München: Mutig sein, aktiv werden, positiv bleiben

Vom 27. Juli bis zum 7. August 2026 haben sich junge Menschen aus Deutschland, Polen und Estland in München zu ihrer ersten internationalen Jugendbegegnung im Rahmen von Generation Europe – The Academy getroffen. Gemeinsam mit sechs Jugendleiter*innen aus den drei Ländern beschäftigten sie sich mit Fragen rund um Demokratie, Beteiligung und Europas Zukunft. Gleich zu Beginn wählten sie in einem demokratischen Prozess ihr gemeinsames Motto: „Be brave – take action – stay positive!“

Wir freuen uns, hier den Bericht aus der Projektpartnerschaft des PI München (München, Deutschland), der Fundacja Borussia (Olsztyn, Polen) und Pärnu Huub (Pärnu, Estland) zu veröffentlichen:

Foto: Stiftung Jugendaustausch Bayern

Was braucht eine funktionierende Demokratie?

In den ersten Tagen ging es vor allem darum, sich kennenzulernen, Vertrauen aufzubauen, als Team zusammenzuwachsen und sich kulturell auszutauschen. Damit war die Grundlage geschaffen, um gemeinsam an den inhaltlichen Schwerpunkten der Begegnung zu arbeiten. Bei einer Aktivität mit dem Titel „Democracy Cake“ entwickelten die jungen Aktiven eigene Ideen dazu, was eine Demokratie braucht, damit sie gut funktioniert. Dabei mussten sie auf Grundlage ihrer eigenen Werte Entscheidungen treffen und diese begründen.

Foto: Lena Scholle

Wie Demokratie zerstört wurde

Dann besuchte die Gruppe das NS-Dokumentationszentrum München, ein Museum und Lernort zur Geschichte des Nationalsozialismus, zur Rolle Münchens bei seinem Aufstieg sowie zu den Verbrechen und Folgen der NS-Diktatur. Im Rahmen einer Führung erfuhren die Teilnehmenden, wie die Demokratie in Deutschland schrittweise zerstört wurde, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen und das Land in eine Diktatur verwandelten. Dabei ging es auch um die Frage, wo Demokratie verwundbar ist und welchen Gefahren sie ausgesetzt sein kann. Die nächste Station war die DenkStätte Weiße Rose. Sie erzählt die Geschichte einer Gruppe von Studierenden und eines Universitätsprofessors, die in München Widerstand gegen das NS-Regime leisteten. Ihr Mut inspirierte die Gruppe und führte ganz selbstverständlich zu Gesprächen über Menschenrechte.

Foto: Lena Scholle

Demokratie im Rathaus

Die Gruppe besuchte außerdem das Münchner Rathaus, um mehr darüber zu erfahren, wie Demokratie auf kommunaler Ebene funktioniert und welche Möglichkeiten junge Menschen haben, sich politisch einzubringen und Entscheidungen in ihrer Stadt zu beeinflussen. Darüber tauschten sie sich intensiv mit zwei Mitgliedern des Münchner Stadtrats aus: Beppo Brem (Grüne) und Lena Odell (SPD). Die Jugendlichen fragten konkret nach Möglichkeiten der Jugendbeteiligung in München, aber auch nach allgemeineren politischen Themen. Außerdem interessierten sie sich für die Ideen der beiden Politiker*innen dazu, wie junge Menschen selbst aktiv werden können, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen und zu Veränderungen beizutragen. Das Treffen war für die Gruppe besonders wichtig, weil sie erlebte, dass die beiden Stadtratsmitglieder zuhörten und ihre Fragen und Ideen ernst nahmen. Lena Odell bot außerdem an, die zukünftigen Aktivitäten der lokalen Münchner Gruppe zu unterstützen.

Foto: Stiftung Jugendaustausch Bayern

Was wollen wir verändern?

Anschließend rückten die Themen in den Mittelpunkt, die der Gruppe besonders wichtig waren. Die jungen Leute sammelten und diskutierten eine breite Palette von Themen, darunter psychische Gesundheit und Emotionen, Nachhaltigkeit, Bildung, Fake News und künstliche Intelligenz sowie das Leben im ländlichen Raum. Sie sprachen auch darüber, was sie verändern möchten und wo sie selbst aktiv werden können, sowohl gemeinsam als internationale Gruppe als auch zuhause vor Ort. Auf Grundlage dieser Diskussionen entwickelten die Jugendlichen unter dem Motto „We for us!“ mehrere Performances, die sie zum Abschluss der Jugendbegegnung präsentierten. Eine Gruppe beschäftigte sich mit Demokratie, während eine andere mit den Mitteln der Satire Bedrohungen für die Menschenrechte thematisierte, und dabei unter anderem Donald Trump parodierte.

Foto: Stiftung Jugendaustausch Bayern

Eine weitere Gruppe bereitete eine szenische Lesung mit Tanz zum Thema Druck im Schulsystem vor.

Foto: Stiftung Jugendaustausch Bayern

Auch in anderen Formaten griffen die jungen Leute einige ihrer Themen auf. Zum Thema psychische Gesundheit entstanden beispielsweise eine Fotobox, ein Kurzfilm und ein Podcast.

Foto: Stiftung Jugendaustausch Bayern

Es war beeindruckend zu sehen, was die Gruppen in so kurzer Zeit auf die Beine stellten. Bei der Abschlusspräsentation haben wir uns außerdem über den Besuch von Vertreter*innen der Stadt München und der Stiftung Jugendaustausch Bayern gefreut, die die Jugendbegegnung mitgefördert hat.

Foto: Lena Scholle

Generation Europe – The Academy ist ein Programm des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks (IBB e.V.), gefördert durch die Stiftung Mercator, die Europäische Union, das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (MKJFGFI) und das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).