Auf die Plätze, fertig, Jugendbegegnung! Die von der Mediencooperative Steinfurt (Deutschland) und DUGA (Ukraine) organisierten lokalen Gruppen sind zu ihren Projektpartnern in Telsiai, Litauen, gereist. Da alle drei Organisationen große Fans von Outdoor-Erfahrungen sind, wurde das Programm und der methodische Ablauf des Camps nach den Grundsätzen der Outdoor-Pädagogik gestaltet: ein Maximum an Natur, Sportaktivitäten, körperlichen Herausforderungen und anderen praktischen Erlebnissen.
Für die trinationale Partnerschaft war es die letzte von drei internationalen Begegnungen in dieser Programmphase von Generation Europe – The Academy. Deshalb stand das Thema Zeit im Mittelpunkt, das in drei Kapiteln behandelt wurde: „Die Vergangenheit“, „Die Gegenwart“ und „Die Zukunft“. Hier ist ihr spannender Bericht über zwölf außergewöhnliche Tage.

Tag 1 und 2: Ankunft und Wiedersehen
In den ersten Tagen ging es darum, anzukommen, sich einzuleben und wieder miteinander in Kontakt zu treten sowie einige neue Mitglieder der Gruppen kennenzulernen. Da die Jugendbegegnung in der wunderschönen Landschaft von Telsiai stattfand, gab es viel zu entdecken. Zu diesem Zweck bereitete das Team der Jugendleiter*innen eine Erkundungstour vor, bei der die Teilnehmer*innen die Möglichkeit hatten, den Ort, die Regeln und die gemeinsam zu erledigenden Aufgaben kennenlernten. Am Ende des Tages erhielten die Teilnehmer*innen Notizbücher, die als Zeitreise-Werkzeuge zur Selbstreflexion und Verarbeitung der Informationen dienen sollten. Während des der Jugendbegegnung griffen wir immer wieder auf diese Notizbücher zurück, sodass die Teilnehmer*innen am Ende die Möglichkeit hatten, all ihre Gedanken und Ideen ihrer gemeinsamen Reise an einem Ort gesammelt zu haben. Dafür konnten sie schreiben, zeichnen, Collagen erstellen und jede andere künstlerische Form des Selbstausdrucks wählen. Wir beendeten den ersten Programmtag, indem wir gemeinsam am Lagerfeuer saßen und die Eindrücke des Tages austauschten.

Tag 3: Neue Abenteuer
In den nächsten Tagen ging es darum, die Teilnehmer*innen mit dem Thema Zeit und insbesondere mit dem ersten Kapitel der Begegnung („Die Vergangenheit“) vertraut zu machen. Dabei hatten sie Gelegenheit über ihre Erfahrungen im Netzwerk von Generation Europe – The Academy nachzudenken: wie es sie beeinflusst hat und welche internen und externen Veränderungen sie in diesem dreijährigen Abenteuer durchgemacht haben. Es war ein sehr bewegender Moment für alle Gruppenmitglieder, einschließlich des Jugendleiter*innenteams, denn für einige von uns dauert dieses Abenteuer seit dem Vorgängerprogramm ewoca³ an. Es fühlt sich an, als wäre die ganze Welt in diesen Jahren geboren worden, so viele Dinge, an die wir uns mit einem Lächeln im Herzen erinnerten! Danach erstellten die Teilnehmer*innen ihre persönliche Timeline und füllten sie mit den glücklichen Erinnerungen an lokale Aktivitäten und frühere Jugendbegegnungen. Die letzte Aktivität des Tages war ein interkultureller Abend, bei dem alle drei lokalen Gruppen einander das kulturelle Erbe, die Traditionen und Bräuche er vorstellten. Wir beendeten diesen Tag super müde, aber wir hatten jede Menge Spaß!

Tag 4: Besuch in Telsai
An diesem Tag setzten wir das Thema „Vergangenheit“ fort und machten uns auf den Weg in die Stadt Telsai. Zu Beginn gab es eine Stadtführung, die von unserem einzigartigen Jugendleiter/Reiseleiter Vitalijus präsentiert wurde. Anschließend erhielten die Teilnehmer*innen die Aufgabe, die Umgebung in kleineren Gruppen zu erkunden, indem sie die Stadt mit allen vier Sinnen wahrnahmen: schmecken, riechen, hören und sehen. Am Ende des Tages sollten sie einen kurzen Bericht über ihre Erfahrungen erstellen. Es war uns wichtig, eine Message zu vermitteln, wie man die Veränderungen der Zeit in der modernen Welt wahrnimmt, wie sie sich auf Architektur, Infrastruktur, Gesellschaft und die Denkweise der Menschen auswirken. Und auch, wie die Vergangenheit unsere Gegenwart prägt und wie wir sie beeinflussen können. Es war erstaunlich zu sehen, wie jede Gruppe eine absolut einzigartige und authentische Wahrnehmung der Stadt entwickelte, und zu hören, dass auch die litauischen Teilnehmer*innen ihre Heimatstadt aus einer völlig neuen Perspektive erlebten.

Tag 5: Ostsee und Videoproduktion
An diesem Tag verbrachten wir mit der Erkundung der wunderbaren Natur, indem wir die Ostsee besuchten. Unterwegs hatten wir eine kreative Aufgabe: Wir drehten einen Bouts-Rimés-Film, dessen Handlung in vier Teile aufgeteilt ist, und jede Gruppe filmte ihren eigenen Teil. Am Ende hatten wir eine schöne und lustige Collage aus einer Geschichte, die von vier verschiedenen Filmteams gedreht wurde. Wir beendeten den Tag, indem wir uns die Ergebnisse der kreativen Aufgabe ansahen.

Tag 6: Vorbereitung auf das Festival
Der sechste Tag begann mit einem neuen Kapitel: „Die Gegenwart“. Wir begannen, über die Probleme zu sprechen, mit denen wir in der modernen Welt konfrontiert sind, und wie wir bereits heute etwas Positives tun können, um die Ordnung der Dinge zu ändern. Bevor die Jugendbegegnung begann, hatten wir vereinbart, dass unsere Partnerschaft das lokalen internationale Kulturfestival „Open Kitchen“ ausrichten wird. An diesem Tag ging es also um Brainstorming, Organisation und harte Arbeit! Jede lokale Gruppe hatte ihre eigene kleine Station, um eine bestimmte Küche und einige kulturelle Aspekte vorzustellen, sowie auf einer Bühne mit offenem Mikrofon Einzel- und Gruppenaufführungen zu präsentieren. Kurz gesagt, es gab viel Raum für Kreativität und viel Verantwortung. Am Abend tauchten wir noch tiefer in die litauische Kultur ein, indem wir das historische Freilichtmuseum besuchten und traditionelle litauische Küche probierten.

Tag 7: Ambassador-Tag
Wir setzten eine Tradition in unserer Partnerschaft fort und organisierten einen Ambassador Day, eine selbst moderierte Aktivität, die von den Ambassadors der drei lokalen Gruppen organisiert wurde. An diesem Tag lag der Programmablauf in den Händen der Jugendlichen unter der Leitung der Ambassadors, um ihnen die Möglichkeit zu geben, das während der Ambassador-Konferenzen Gelernte in die Praxis umzusetzen. Auf dem Programm standen an diesem Tag: Fertigstellung der Festivalvorbereitung, Teambuilding-Aktivitäten und eine Halbzeitevaluierung der Jugendbegegnung.

Tag 8: Festivaltag
Dieser Tag war ganz dem Open Kitchen Festival gewidmet. Die Teilnehmer*innen moderierten das Programm der Veranstaltung, begrüßten die Besucher*innen und stellten die Struktur des Festivals vor, traten auf der Bühne auf, arbeiteten an ihren Stationen in den lokalen Gruppen, kochten, grillten und organisierten Unterhaltungsprogramme für die jüngeren Besucher*innen. Und natürlich: Gespräche über Generation Europe – The Academy, Austausch mit lokalen Medien und Gemeindevertreter*innen. Zu diesem Anlass kamen sogar die Teilnehmer*innen der vorherigen Programmphase vorbei, und es war für unsere Gruppe ein sehr bedeutsamer Austausch, mit denen zu sprechen, deren Leben durch das Programm stark und positiv beeinflusst wurde, und aus erster Hand von diesen positiven Veränderungen zu hören. Alle haben enorme Anstrengungen unternommen, um diesen einen Nachmittag für die lokale Community zu gestalten. Dabei haben alle Erfahrungen gesammelt, was es bedeutet, eine Veranstaltung zu organisieren, wie man Zeit und Ressourcen einteilt, wie man das Team motiviert. All das wird den drei lokalen Gruppen bei der Vorbereitung der European Action Week sicher helfen. Am Ende des Tages haben wir uns und unseren Erfolg gefeiert.

Tag 9: Aufräumen und Erholung
Der neunte Tag des Programms war eine inhaltliche Pause: Wir haben den Platz nach dem Festival aufgeräumt, uns mit einem Bad in einem malerischen See für die gute Arbeit am Vortag belohnt und natürlich die Ergebnisse des Festivals ausgewertet.

Tag 10: Aufbruch in die Zukunft
Am 10. Tag begannen wir mit der Einführung in das letzte Kapitel des Programms: „Die Zukunft“. Wir haben die Brücke geschlagen von der Frage, wie wir die Welt jetzt zum Besseren verändern können, zu den kommenden Jahren unserer Partnerschaft. Und natürlich ist es wichtig zu bedenken, dass alles miteinander verbunden ist und dass sich die Zeit, die man heute investiert, um etwas Gutes zu tun, in Zukunft auszahlen wird. Wir verteilten Briefe an die Teilnehmer*innen, die sie sich letztes Jahr selbst geschrieben hatten, und vereinbarten eine Zeit für die Selbstreflexion, um ihnen Zeit zu geben, über ihren Weg nachzudenken, und ermutigten sie, eine Botschaft an ihr zukünftiges Ich zu formulieren. Danach ging es weiter mit positiven Botschaften, nicht nur an uns selbst, sondern auch an andere Menschen: Die Teilnehmer*innen bereiteten ein Theaterstück über ein Problem in der heutigen Gesellschaft vor, das sie am meisten berührt, und erarbeiteten dann eine motivierende Kurzaufführung für diejenigen, die damit zu kämpfen haben. Ohne Übertreibung: Es war eine tolle Erfahrung, daran teilzunehmen und zuzusehen! Wir beendeten den Tag wie üblich am Lagerfeuer und tauschten unsere Wünsche für die Zukunft aus.

Tag 11: Lass uns in Kontakt bleiben
Am letzten Tag der Jugendbegegnung liegt immer ein Hauch von Abschied in der Luft. Wir haben jedoch ein Brainstorming darüber veranstaltet, wie wir in Kontakt bleiben können. Dazu haben wir thematische Buddy-Gruppen gebildet und vereinbart, und digital zu treffen. Für das Abendprogramm haben wir einen „Cheeso Vision Creative Contest“ organisiert: Da Telsiai für seine Käsefabrik bekannt ist, haben wir eine Bühne für verschiedene Tanz- und Musikdarbietungen geschaffen, bei der der Hauptpreis statt einer Goldmedaille ein Stück Käse war.Alle haben diese gemeinsame Feier genossen, die wir mit Liedern am Lagerfeuer abschlossen.

Tag 12: Auf Wiedersehen, bis bald
Am nächsten Tag flogen die deutschen und ukrainischen Gruppen mit schwerem Herzen und Koffern voller neuer Erkenntnisse und Erfahrungen zurück. Was für wunderbare zwölf Tage!